Tag 8&9 – Die Rückreise
Marseille – Hamburg

Die Nacht auf dem Bahnhof ist wirklich ein Horror. In unseren Schlafsack eingekuschelt sitzen wir auf den Bänken und Stühlen des Bahnhofs. Immer wieder nickt man kurz ein und wacht dann gleich wieder auf. Die Nacht will einfach nicht umgehen. Zudem ist es auf dem Bahnhof schweinekalt. Sogar die Toiletten haben sie über Nacht zugeschlossen. Als wir einen Sicherheitsbeamten fragen, wo wir denn unsere Blase entleeren dürften, meint dieser, dass wir dann wohl auf die Gleise pinkeln müssen.

Um 6.50 Uhr wollen wir gerade in den TGV einsteigen, als uns der Schaffner auf dem Bahnhof anhält und uns nach der Reservierung für die Fahrräder fragt. Wir zeigen ihm die Tickets und er besteht darauf, dass dort keine Reservierung für die Räder sei. Wir versuchen ihm klarzumachen, dass wir aber reserviert und sogar dafür bezahlt haben! So langsam kommt Panik auf. Wieso glaubt uns der Herr nicht? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Er hat die Reservierung auf dem Ticket einfach nicht gesehen. Und deswegen macht der so einen Aufstand. Mensch!

Nach einer Stunde sind wir in Lyon und haben dort drei Stunden Aufenthalt. Nun kommen wir doch noch dazu uns die schöne Stadt anzusehen.

Anschließend geht es für vier Stunden mit dem internationalen Schnellzug weiter. Das Einladen der Räder ist recht kompliziert, da diese kaum durch den Eingang des Zuges passen und hinter dem Eingang überhaupt kein Platz für zwei Fahrräder ist. Während der Schaffner flucht, weil wir die Abfahrt verzögern, drückt er mit an den Rädern herum bis alles drin ist.

Gegen Abend kommen wir in Mulhouse an und fahren noch circa 20 Kilometer bis zur Deutsch-Französischen Grenze bei Müllheim.

Mit dem letzten Zug am Sonntagmorgen wollten wir um 00.25 nach Freiburg fahren um dann dort die Nacht bis zum ersten Zug um 5.55 zu verbringen. Am Bahnhof ist es allerdings noch kälter als in Marseille.

Mir kommt die Idee zum ganz in der Nähe liegenden Hotel und Restaurant zu gehen und dort zu fragen, ob wir uns vielleicht etwas hineinsetzen können um der Kälte zu entfliehen. Die Angestellte dort ist sehr nett und erlaubt es uns. Paul bestellt sich einen Tee und ich endlich mal wieder etwas richtiges zu Essen. Spätzle und Schweinegeschnetzeltes in Weißweinsauce. Lecker!

Unsere Räder dürfen wir in der Garage einschließen. Da das Restaurant aber schon um 22 Uhr schließt, bittet uns die Hotelangestellte doch in den TV-Raum des Hotels zu gehen, damit wir nicht in der Kälte stehen müssen. Wenn wir gehen, sollen wir den Garagenschlüssel einfach stecken lassen und die Tür zum Hotel zuziehen. Wir können unser Glück gar nicht fassen. Wir treffen die ganze Zeit nur auf freundliche Menschen. Um 00.10 verlassen wir das Hotel und fahren nach Freiburg.

Dort lassen wir uns in einem Glaswartehaus nieder, bis unser Zug um 5.55 von Gleis 5 geht. Zwischenzeitlich werden wir noch von dem Sicherheitsdienst angeschnauzt, dass das Wartehaus hier nicht zum Übernachten, sondern für Fahrgäste sei, die auf ihren Anschlusszug warten. Was soll man dazu noch sagen...Kaum wieder in Deutschland...

Über die Bahnfahrt gibt es wie immer nichts interessantes zu sagen, nur im letzten Zug treffen wir noch auf ein junges Pärchen, die ganz interessiert an unserer Radreise sind und auch mal wieder so verreisen wollen. Gegen 20 Uhr kommen wir am Hamburger Hauptbahnhof an und treffen auf dem Weg zur S-Bahn eine Familie, die auch gerade wieder von ihrem Radurlaub eingetroffen ist. Von der S-Bahn geht es dann nur noch nach Hause. Paul hatte Recht, als er vor der Tour sagte: „Es wird nicht regnen. Wir brauchen keine Regenkleidung!“. Ein wunderschöner Urlaub ist plötzlich zu Ende...

Ausgaben:
16,00 € p.P. Schönes Wochenendticket, Bahn
3,00 € p.P. Fahrradkarte Bahn
16,90 € Restaurant
5,08 € Verpflegung für Bahnfahrt

Lyon Auch Lyon Der Schwarzwald - Willkommen in Deutschland
Seit 54 Stunden kaum geschlafen... Wieder im Lande!