Nun stand also schon die letzte Etappe an. Bevor ich aufbreche geht noch einmal ein kräftiger Hagelschauer nieder. Das Wetter scheint heute nicht besser als gestern zu werden. Die Wolken hängen pechschwarz am Himmel, es ist extrem kalt, der Wind pustet mit sechs Windstärken aus West der Richtung, in die es heute gehen wird...
Dick eingemummelt in allen Klamotten, Handschuhen und Mütze mache ich mich auf den Weg die anfängliche Steigung zu überwinden.
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Hochebene in der Nähe von Macomer |
Landschaft im Norden Sardiniens | Ungemütliches Wetter |
Dann befinde ich mich auf einer Art Hochebene. Die Straße zieht sich stur geradeaus und der Wind pustet mir ohne Gnade entgegen. Da ich Vorgestern erst in der Dunkelheit Macomer erreichte, sehe ich heute auch zum ersten mal die umliegende Landschaft, welche sich sehr vom Süden und Osten Sardiniens unterscheidet. Die Landschaft ist viel sanfter geschwungen, die Vegetation ist karg und geduckt. Und ein paar Steinwälle grenzen unterschiedliche Besitztümer voneinander ab.
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Bosa von oben | Bosa |
Bevor die Straße bis auf Meereshöhe abfällt, bietet sich noch ein schönes Panorama auf Bosa. Vom Dach eines verlassenen Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg schweift der Blick von der kurvenreichen Straße bergab bis zu der alten Burg, welche den Ort überragt. Da es entlang der nun folgenden vierzig Kilometer langen Küstenstraße keine Orte, geschweige denn Einkaufsmöglichkeiten gibt, decke ich mich noch schnell in einem Lebensmittelgeschäft ein und nehme mir dann die leicht steigende Straße vor. Die Bewölkung ist mittlerweile stark aufgelockert und im Windschatten ist schon wieder richtig heiß in der ganzen dicken Kleidung.
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Die Küste! | ... |
Dann habe ich den ersten Blick auf die Küste. Unglaublich schön! Die Sicht ist klar, der Wind pustet mir von der See entgegen, die Sonne scheint wieder und der Blick schweift über die schroffe Küstenlinie nach Süden.
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Über eine langgezogene Steigung entferne ich mich langsam vom Meeresspiegel, wodurch sich immer wieder wunderschöne Blicke auf die Klippen ergeben. Am Ende der kräftezehrenden Steigung kann man bis nach Alghero und zum Capo Caccia gucken. Dann geht es typischerweise immer steil bergauf und ab, bis Alghero hinter einigen Kurven zum Vorschein kommt. Durch die hässliche Neustadt kurve ich mindestens eine Stunde lang um mir ein Hotel zu suchen. Fehlanzeige. Das einzige zwei Sterne Hotel hat geschlossen. Das drei Sterne Hotel will 45 Euro für eine Nacht von mir haben. Die spinnen ja wohl!! Irgendwann gebe ich entnervt auf und beschließe zum Flughafen zu fahren. Dann muss ich meinen morgigen Ruhetag wohl dort absitzen. Schade aber auch. Glücklicherweise gibt es im Flughafen jedoch eine Touristeninformation, die mir eine Liste mit den geöffneten Hotels zukommen lassen kann. Darunter ist auch eine Jugendherberge gleich im nächsten Ort Fertilia aufgeführt. Na wunderbar! Nach sechs Kilometern erreiche ich Fertilia, checke ein und genehmige mir erst einmal eine Cola Das hab ich mir verdient! Das Ziel ist nach achthundert Kilometern erreicht!
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Ausgaben:
2,37 € Lebensmittel
2,10 € Lebensmittel
0,50 € Cola
17,00 € Jugendherberge